Samstag, 17. Februar 2018

Lanesplitter

Die Leute im Internet haben anscheinend alle einen Lanesplitter - und ich jetzt endlich auch:
 

Der Rock ist zu Recht so beliebt! Super einfach zu stricken und sehr gemütlich zu tragen. Ich bin mit meiner Farbzusammenstellung mehr als glücklich:


Insgesamt waren es diese sieben Farben. Das Material: 2 x Zitron Filisilk, 2 x Zitron Fil Royal, 3 x  dünne Bouretteseide. Alle mit ca. 600m Lauflänge, mit Pflanzen gefärbt und aus dem Bestand. Zum Teil waren es Reste von anderen Projekten.



Ich habe nach dem Zufallsprinzip immer zwei Fäden gemeinsam mit Nadel 3 mm verstrickt und die Garnanfänge und -enden konsequent beim Farbwechsel eingewebt. So hatte ich keine Fäden zu vernähen. Das wäre bei der Menge eine echte Tortur geworden. 
So aber war der Lanesplitter sofort einsatzbereit. Das Mischen der Farben hat so einen Spaß gemacht, dass ich am liebsten immer weiter gestrickt hätte. Deshalb plane ich schon etwas Neues nach demselben Prinzip.

Laut Anleitung strickt man erst ein Dreieck, bevor man mit der endgültigen Maschenzahl weiterstrickt. Ich habe gleich mit der vollen Maschenzahl begonnen und das entstandene Parallelogramm zum Schluss mit Maschenstichen zusammengenäht. Das ist so gut gelungen, dass ich selbst nicht mehr sehen kann, wo ich genäht habe. Der Rock ist dadurch praktisch "nahtlos" und lässt sich so noch besser tragen.
Diese Idee habe ich übrigens von Lanade. Vielen Dank an dieser Stelle für den guten Tipp!

Das ist mit Sicherheit nicht mein letzter Lanesplitter. Ein gutes Nebenbei-Projekt mit Geling-Garantie, das nicht viel Aufmerksamkeit beim Stricken erfordert.

Samstag, 10. Februar 2018

Drei Paar Hausschuhe für Jungs

Die Zwillinge T. und G. haben zur Geburt ein Filzschuh-Abo von mir bekommen. Hier habe ich schon einige ihrer Schuhe gezeigt.
Inzwischen sind die beiden bei Größe 35 angekommen. Drachenschuhe oder ähnlicher Firlefanz sind nun nicht mehr gefragt, dafür der Verein der Herzen und natürlich Star Wars. Solche expliziten Wünsche lassen sich nicht gut filzen. Deshalb habe ich Bügelbilder auf schlichte Puschen genäht:


Das Aufnähen der Bilder geht so: Mit ein bisschen Glück kann man die Patches vorher unter einem Geschirrtuch auf den Filz aufbügeln. Das funktioniert am besten, wenn es sich um sehr glatten, festen Filz handelt und Schusterleisten in den Puschen stecken.

Allerdings klappt es nicht immer, und das Bügeln ist auch nur eine erste Hilfe fürs folgende Aufnähen. Denn um das Nähen kommt man leider nicht herum. Durch die Bewegung der Füße in den weichen Puschen fallen die Bilder sonst schon nach kurzer Zeit ab.

Man benötigt stabile, aber dünne Nähnadeln mit kleinem Öhr, ein kleines Stück Hartholz und eine Schmuck- oder andere Zange. Das Nähgarn nehme ich doppelt und nähe zunächst im Filz ein bisschen hin und her, bis der Faden fest sitzt. Einfach immer dort wieder einstechen, wo der Faden rauskommt und die Richtung ändern. Und dann bei jedem Stich ein Stück vom Rand des Bügelbildes mitnehmen. Den Faden sieht man später überhaupt nicht - es sei denn, man nimmt die falsche Farbe:


Aber immerhin kann man hier gut sehen, wie genäht wird. Manche Patches sind so fest, dass man nicht mit der ganzen Nadel durchkommt. Dann helfe ich mit dem Holz nach und schiebe damit die Nadel weiter, bis man sie mit der Zange greifen kann. Und das bei jedem einzelnen Stich. Mit farblich passendem Garn sieht das dann sehr ordentlich aus:


Man kann sich dabei fiese Blasen an den Händen holen. Deshalb nähe ich immer nur einen Schuh pro Abend. Und ja - es ist eine Quälerei. Aber das Ergebnis lohnt die Mühe. Die Patches halten ewig, und die Jungs sind sehr zufrieden.


Schuhe Nr. 3: Auch mein Pubertier brauchte neue, nachdem es in kürzester Zeit zwei Größen übersprungen hatte. Es hat nun größere Füße als ich!


Achtung! Nicht immer ist es ratsam, Latexsohlen aufzutragen, auch wenn das schnell geht und sehr praktisch ist.
Wir zum Beispiel leben auf geöltem Naturholzboden. Schon die minimalen Reste des Pflegeöls reichen aus, um die Latexsohlen nach und nach aufzulösen. Nachpinseln funktioniert nicht.
Deshalb gibt es für die Familie immer Sohlen vom Schuster.

Leider ist es nicht jedem Schuhmacher zu vermitteln, was man von ihm will. Daher hier ein Erklärbild für euch, das ihr zeigen könnt, falls der Schuster euch nicht versteht:
 

Wichtig! Schärft dem Schuster unbedingt ein, die Sohlen so aufzunähen, dass die hintere und vordere Kante der Schuhe von der Sohle bedeckt sind. Diese Bereiche werden beim Abrollen besonders belastet. Andernfalls scheuern die Schuhe direkt am Rand der Sohle durch. Schade um die viele Arbeit.

Ganz billig sind diese Sohlen übrigens nicht: Bei meinem Schuster zahle ich 25 € pro Paar.

Fertigsohlen passen nicht immer, besser ist Sohlengummi als Meterware. Das gibt es übrigens auch bei Filzrausch, falls ihr euch selbst ans Nähen machen möchtet. Latex gibt es dort auch, sogar in schwarz.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Der Garten im Januar 2018

Was für ein nasser Jahresbeginn! Obwohl wir ein Hanggrundstück haben, war der Boden an vielen Tagen vollgesogen wie ein Schwamm, der nichts mehr aufnehmen kann.
Und warm war es. Die Temperaturen fielen noch nicht einmal nachts unter den Gefrierpunkt. Das war schön für die beiden fast nackten Hühner, die wir im Dezember aus der grauenvollen Bodenhaltung übernommen haben. Die beiden waren deshalb nicht ganz so dringend auf die Wärmelampe angewiesen.

Die gelbe Hamamelis ist bereits komplett aufgeblüht:


Einige Herbstblumen haben einfach weitergemacht...



... während die Frühblüher extrem zeitig starten konnten:

Schneeglöckchen mit Löchern. Da haben die Hühner geknabbert!



Manche Blumen irren sich auch einfach. Hier treibt zum Beispiel ein Phlox aus. Ob das wohl gut geht?


Gartenarbeiten im Januar: Wie immer zwei der sieben Kopfweiden am Bach geschneitelt. Mein Beitrag zur Landschaftspflege - denn Kopfweiden sind prägend für die westfälischen Bachufer und damit ein Kulturgut.

Vorher...

... und nachher.
... und nun muss der Bosch ran und neue Wegbeläge häckseln :-)

Wenn es trocken genug ist, beschäftige ich mich nun mit der Ecke, in die ich eine Blutpflaume umpflanzen möchte. Vorher muss der Giersch dort verschwinden. Der reinste Kabelsalat, und das Zeug darf noch nicht einmal auf den Kompost!


Jetzt ist eindeutig die beste Zeit für die Gierschrodung. Es wächst kaum etwas anderes, so dass man die weißen Wurzeln gut findet und restlos rausziehen kann. Das könnte sehr meditativ sein - wenn da nicht die Hühner wären! Die möchten wegen der leckeren Regenwürmer unbedingt mithelfen, kratzen überall herum, hocken plötzlich auf dem Spatenblatt oder den Gummistiefeln und plappern dabei ununterbrochen vor sich hin.

Fleißige Gartenhelfer.

Zu ernten gibt es auch etwas im Januar: Die leckeren schwarzen Rettiche sind nun alle verspeist, aber es gibt noch Lauch, Wintersalate und Grünkohl:



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